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01.07.2020

Waldspaziergang mit Stadtförster Sebastian Tölle

Mit Stadtförster Sebastian Tölle habe ich mich zu einem kleinen Waldspaziergang getroffen. In dem sehr interessanten Gespräch hat er mir detailliert die Bewirtschaftung des Rheinbacher Stadtwaldes mit allen seinen Herausforderungen erläutert.

Der 830 Hektar umfassende Stadtwald hat drei Hauptfunktionen: die Nutzfunktion, die Erholfunktion und die Schutzfunktion. Zunächst schützt der Wald vor Hochwasser, Lärm, Staub und bietet Lebensraum für Tiere. Ein sehr wichtiges Element ist der Beitrag des Waldes für das Klima besonders hier in Rheinbach.  Für den Bereich der Nutzfunktion berichtete Sebastian Tölle von einem jährlichen Zuwachs von 6.000 m3/Jahr bei einem Jahreshiebsatz von 5.000 m3/Jahr. Viele Faktoren gefährden und reduzieren den Waldbestand. Der extrem trockene Sommer 2018 verursachte eine starke Schädigung der Buchen, dessen ganzes Ausmaß sich erst im Jahr 2019 zeigte. Den größten Schaden erlitt der Fichtenbestand, der in den letzten beiden Jahren durch den explodierenden Borkenkäferbefall massiv reduziert wurde und im kommenden Jahr fast vollständig verschwunden sein wird. Die seit etwa einem Jahr im Stadtwald vorhandene Douglasienmücke vernichtet mühelos 130 Jahre alte Douglasien. Zum Glück hatte schon sein Vorgänger die Fichte zurückgedrängt, die resistente Eiche (43% Anteil) gefördert und durch gezielte Durchforstung die Naturverjüngung vorangetrieben, sodass der Wald in vielen Bereichen noch relativ gut intakt ist und ein attraktives Erscheinungsbild bietet. Ein vorrausschauendes Handeln auch seiner Vorgänger über viele Jahrzehnte habe den heutigen Stand ermöglicht. Schließlich kann mit dem erzielten Erlös das hervorragende Wegenetz erhalten werden und ein großer Beitrag für die Erholung der Rheinbacher Bürger und vieler Besucher geleistet werden.

Sehr gut informiert habe ich mich bei Stadtförster Tölle herzlich für das Gespräch bedankt.