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15.07.2020

Sicher Radfahren auf den „blauen Straßen“ – ein Quantensprung für Rheinbach

Seit einiger Zeit beschäftigen sich Mitglieder des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) Rheinbach mit einem Konzept für sichere Radwege für Rheinbach. Auch ich, der ich gerne und viel Rad fahre, habe bereits gemerkt, dass Radfahren in unserer schönen Stadt eine Herausforderung ist – sei es durch Stolperkanten, andere Hindernisse, im Nichts endende oder gänzlich fehlende Radwege.

Ich komme aus einer Gegend, in der Radfahren eine große Rolle spielt und viel für den Radverkehr getan wird – also nahm ich sehr gerne die Einladung des ADFC an, das Konzept für sichere Radwege, die sogenannten „blauen Straßen von Rheinbach“, kennenzulernen.

Drei ADFC-Mitglieder, die das Konzept der „blauen Straßen“ gemeinsam entwickelt haben, sowie der Ortsgruppenvorsitzende Dietmar Pertz trafen mich an der Ecke Mörike-/Eichendorffweg. Wir radelten auf Abschnitten der vorgesehenen Wegeführung bis zum Bahnhof Rheinbach. Die zentrale Idee der „blauen Straßen“ ist, Fußgänger-, Auto- und Radverkehr mit Hilfe von deutlichen blauen Markierungen weitgehend voneinander zu trennen – das erzeuge Sicherheit, verhindere Gefahrensituationen und ermögliche dadurch Spaß am Radfahren, erklärte man mir unterwegs.

Viele Bürger*innen – etwa 60 % – würden gerne für Erledigungen und Einkäufe innerhalb Rheinbachs vom Auto aufs Rad umsteigen. Mitorganisatorin Miriam Wüscht, die privat in der Stadt fast ausschließlich mit dem (Lasten-)Rad unterwegs ist, erläuterte an praktischen Situationen, warum viele Menschen den als gefährlich empfundenen Stadtverkehr meiden und lieber mit dem Auto fahren. Als problematisch empfindet sie fehlende Stellplätze mit Fahrradbügeln, die ein sicheres Abschließen der Fahrräder ermöglichten und bei Diebstahl den Versicherungsbedingungen genügen. Als Mutter zweier Kinder wünscht sie sich natürlich fahrradgerechte Schulwegrouten sowie ausreichend überdachte und anschlusssichere Abstellplätze an allen Schulen und Kindergärten der Stadt.

Abschließend diskutierten wir im ADFC-Büro bei netter Bewirtung ausführlich über die „blauen Straßen“ und die weiteren Perspektiven. „Die blauen Straßen von Rheinbach“, so Fritz Spiering (Initiator), haben großes Potential als „Vorzeigeprojekt“ für andere Städte, die in ähnlicher Situation für ihre gemütlichen, aber schmalen und engen Straßen ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept suchen. Gut präsentiert werden „Die blauen Straßen von Rheinbach“ Besucher, Fachbesucher und Interessierte anlocken und damit Kaufkraft in unsere Stadt bringen.

Noch in dieser Wahlperiode wird das Thema im Stadtrat behandelt und alle Beteiligten hoffen darauf, dass die Stadt die Forderung des ADFC auf freiwilliger Basis umsetzt. Ich wünsche viel Erfolg. Sicher Radfahren auf den „blauen Straßen“ – das könnte ein Quantensprung für Rheinbach werden.