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04.08.2020

Priorität Wald – Nur professionell koordinierte Hilfsmaßnahmen können gegen den Klimaschaden helfen

Erst vor kurzem besuchte ich den Rheinbacher Stadtförster, um mich über die aktuellen durch den Klimawandel und Schädlingsbefall hervorgerufenen Großschäden zu informieren.

Der für Rheinbach sehr wichtige Wald mit seinen Hauptfunktionen Klimaschutz, besonders auch direkt für Rheinbach, Holzwirtschaft und Erholung/Tourismus besteht sowohl aus städtischem (830 Hektar) als auch aus privatem Wald (800 Hektar).

Die privaten Waldbesitzer sind in der Forstbetriebsgemeinschaft Rheinbacher Höhen organisiert (130 Mitglieder).

Für mich, der ich mich in meinen Wahlzielen ganz klar den Herausforderungen des Klimawandels und damit auch der Bekämpfung der Klimafolgeschäden stelle, ist es eine Selbstverständlichkeit, die Situation im Rheinbacher Privatwald näher kennenzulernen. Deshalb traf ich kürzlich den Vorsitzenden der Forstbetriebsgemeinschaft, Michael von Brauchitsch, vor Ort in einem Waldgebiet bei Todenfeld. In seiner Führung berichtete von Brauchitsch detailliert über die teils katastrophale Lage des Waldes.

Aufgrund meiner langjährigen Zusammenarbeit als Bürgermeister mit den Landwirten im Münsterland konnte ich die Situation der hiesigen Forstwirte sehr schnell überblicken. Durch den Borkenkäferbefall wurden inzwischen fast alle Fichtenbestände zerstört bzw. sind nicht mehr reparabel. Auch andere Holzarten, vor allem die Buche, sind durch die langen Trockenperioden betroffen. Der Preisverfall v.a. beim Fichtenholz führt dazu, dass kein Ertrag mehr erzielt werden kann und selbst die Kosten für das Fällen der abgestorbenen Bäume nicht mehr gedeckt sind.

Der Rheinbacher Stadtrat hat bereits in seiner kürzlich verabschiedeten Klimaresolution beschlossen, den Wald als Priorität zu behandeln und folglich als natürliche CO2-Senke zu erhalten und auszubauen.

Die dafür erforderlichen, großflächigen Wiederaufforstungen (Pflanzung und Einzäunung) können in vielen Fällen von den Privatwaldbesitzern finanziell nicht mehr geleistet werden. Aus diesem Grund haben sich die Privatwaldbesitzer bereits im Mai mit einem Brandbrief u.a. an alle Rheinbacher Ratsfraktionen gewandt.

Für die Entwicklung zielführender Lösungen liegt nun die klare Verantwortung beim zukünftigen Rheinbacher Bürgermeister. Im Zusammenspiel mit dem Stadtrat, den zuständigen Behörden, dem Land NRW und den Waldbesitzern müssen effiziente Pläne entwickelt werden.

Hierzu ist neben Moderationsfähigkeit vor allem auch erfahrenes und professionelles Auftreten gegenüber anderen Behörden, wie z.B. Landwirtschaftskammer, Kommunalaufsicht und Ministerien gefragt. All diese Fähigkeiten bringe ich durch meine Ausbildung und langjährige berufliche Erfahrung in hervorragender Weise mit.

Für den Erhalt des Rheinbacher Waldes mit all seinen Funktionen  ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und der Forstbetriebsgemeinschaft erforderlich. Dies begrüßen Michael von Brauchitsch und ich einhellig.