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09.09.2020

Mein Besuch im Pfarrhaus der Katholischen Kirchengemeinde St. Martin

Als praktizierender Katholik war ich natürlich gespannt, wie die katholische Kirche hier in Rheinbach integriert ist und wie sie in unserer Stadt wirkt. An dem Gespräch mit Pfarrer Bernhard Dobelke nahmen auch Daniela Hahn als Leiterin der öffentlichen Bücherei St. Martin und Johannes Parting vom LIVE-Team teil.

Pfarrer Dobelke erläuterte mir, dass die Pfarrei in ihrem jetzigen Zuschnitt erst 2009 nach der Fusion einiger Gemeinden und auf Initiative der Pallottiner entstanden ist. Ich wusste zwar schon, dass Wormersdorf nicht dazu gehört, dass wiederum Kalenborn ein Teil der Pfarrei ist, war mir jedoch neu. Erfreulich ist, dass es in Rheinbach zwölf Kirchen und Kapellen gibt, einschließlich der Waldkapelle, die gerade jetzt an Bedeutung gewinnt, da dort auf dem Gelände bis zu 150 Personen zusammenkommen können – in der St. Martin-Kirche sind es aktuell nur 61. Außer Peppenhoven verfügen alle Ortsteile über Kirchen. Jedoch werden wegen des durch Corona bedingten Hygienekonzepts nicht überall Messen gelesen – ansonsten ist ein Gottesdienst pro Woche üblich. Unterstützt wird der Pfarrer dabei von zwei Kaplänen: Carlos Mendoza-Sandoval aus Nicaragua und dem Kongolesen Thibault Milongo.

Neben vier Kindertagesstätten betreibt die katholische Kirche auch die öffentliche Bücherei St. Martin. Deren Leiterin, Daniela Hahn, erklärte, dass neben der Medienleihe ein Schwerpunkt die Lese- und Sprachförderung ist, die durch die Aktion Bibfit und den damit verbundenen Erwerb eines Bibliotheksführerscheins gestützt wird. Begleitet wird dieses Programm durch Kooperationen mit den Grundschulen und Käpt’n Book, dem rheinischen Lesefest für Kinder. Auch das Kulturprogramm „Rheinbach liest“ wird durch die Bücherei mitgetragen. Ich finde, dass hier eine wichtige und tolle Arbeit für alle geleistet wird, die von der Stadt Rheinbach auch weiterhin mitgetragen werden muss.

Eine weitere sehr wichtige Einrichtung für Rheinbach ist das LIVE: Das Jugendzentrum hat mit seiner offenen Arbeit eine wichtige Funktion für die Rheinbacher Jugendlichen, wie mir Johannes Parting verdeutlichte. Mit seinen freiwilligen Angeboten bietet es einen Schutzraum zum Ausprobieren. Die jungen Besucher können kommen und gehen, wann sie wollen und auch erzählen sowie Rückmeldung geben und bekommen, wenn ihnen danach ist. Veranstaltungen und Fahrten werden zurzeit weniger angeboten – immerhin steht in den Herbstferien aber ein Besuch des Drachenfels an. Die LIVE-Aktivitäten werden von zwei Vollzeitmitarbeitern und einem Teilzeitangestellten gestemmt. Ergänzt werden sie durch eine weitere Kraft sowie extra dafür geschulte Jugendliche.

Das recht große Raumangebot des LIVE wird zudem vom Flüchtlingshelferkreis und Tanzgruppen genutzt sowie von Seiten der Kirche mit dem Sonntagskaffee, Erstkommunionfeiern und Autorenlesungen.

Abschließend gab mir Pfarrer Dobelke noch einen vertieften Einblick in die Verwaltung der Gemeinde mit ihren über 10.000 Gläubigen. Wichtig zudem: Mit mindestens zwei Treffen pro Jahr und ggf. zusätzlich bei aktuellen Anlässen wird der Austausch zwischen der Kirchengemeinde und der Stadt regelmäßig gepflegt. Dieser dauerhafte Dialog zwischen Kirche und Kommune ist für mich ein Muss, denn es gibt viele Überschneidungspunkte, die abzustimmen sind – wie aktuell der bezahlbare Wohnraum, der mir besonders am Herzen liegt. Und bei den Lösungsansätzen sind m. E. natürlich alle Kirchen mit einzubeziehen.